Die Blütezeit der Kurhaus-Spielbanken
Im 19. Jahrhundert wurden Bäderstädte wie Baden-Baden, Bad Homburg und Wiesbaden zu Treffpunkten des europäischen Adels und des wohlhabenden Bürgertums. Die Spielbank im Kurhaus war dabei weit mehr als ein Ort des Spiels, sie war gesellschaftliches Zentrum mit Konzerten, Bällen und Promenaden. Wer Rang und Namen hatte, ließ sich hier sehen. Schriftsteller wie Fjodor Dostojewski verewigten die Faszination und die Schattenseiten des Spiels, sein kurzer Roman über einen Spieler entstand unter dem Eindruck eigener Verluste in Bad Homburg und Baden-Baden. Die Architektur unterstrich den Anspruch: Säulenhallen, Spiegelsäle und kunstvolle Deckenmalereien sollten dem Glücksspiel einen würdigen Rahmen geben. Wie sehr solche Orte das gesellschaftliche Leben prägten, zeigt auch der Blick in lokale Aufzeichnungen, etwa in den historischen Beiträgen dieser Chronik.